TYPO3: Performance & Agentur-Strategien

Branchen-Umfrage zu Projektumfängen und potentiellen Einnahmeverlusten

Anfang Oktober 2019 haben wir eine Umfrage unter TYPO3-Association-Mitgliedern auf den Weg gebracht, die die Rolle von TYPO3 innerhalb der jeweiligen Agenturen beleuchtet. Mit dem Link zur Befragung haben wir 950 Kontakte erreicht, von denen 109 die Umfrage in vollem Umfang abgeschlossen haben. Nach Abschluss der Analyse möchten wir an dieser Stelle die Ergebnisse und unsere daraus resultierenden Schlussfolgerungen vorstellen.


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Wir möchten allen danken, die an der Befragung teilgenommen haben! Die Umfrage richtete sich an Vertreter unterschiedlich großer Unternehmen, von Freelancern über kleine und mittlere, bis hin zu großen Agenturen. Erstmals wurden die Ergebnisse bei der diesjährigen TYPO3 Conference in Den Haag vorgestellt: Im Rahmen eines Vortrags stellte Daniel Fau (CEO der DFAU GmbH) den Website-Builder toujou und die ihm zugrundeliegende Strategie zur Verwendung von TYPO3 bei kleinen und mittleren Website-Projekten vor.

Ziel der Befragung war es herauszufinden, ob und wie Umsatzpotenziale, Kundenpflege und Kapazitäten mit Projektumfängen und Budgets korrelieren. Die Umfrage umfasste acht Fragen in englischer Sprache, die im Folgenden einzeln vorgestellt und interpretiert werden.

Disclaimer: Alle Interpretationen und Schlussfolgerungen werden nach bestem Wissen und Gewissen dargelegt. Die Ergebnisse sind keinesfalls repräsentativ für die gesamte TYPO3 Association zu werten, sondern lediglich für die 109 Umfrage-Teilnehmer.

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Frage 1: Wie groß ist Ihr Unternehmen?

Zunächst einmal ging es darum, die Unternehmensgrößen der teilnehmenden Agenturen zu ermitteln. Die vier angebotenen Gruppen – Freelancer/Einzelunternehmer, 1 bis 5 Angestellte, 6 bis 19 Angestellte, mehr als 20 Angestellte – verteilen sich einigermaßen gleichmäßig. »Große« Agenturen nehmen jedoch den sichtbar größten Teil des Kuchens ein (30,3 %).

Frage 2: Ihr Hauptgeschäftsfeld besteht aus … (wenn alle drei angeboten werden, entscheiden Sie sich für das umsatzstärkste)
 

72,5 % aller Teilnehmer konzentrieren sich auf bzw. generieren den meisten Umsatz mit Entwicklung. Interessant ist dennoch, dass in Summe über ein Viertel der befragten TYPO3-Association-Mitglieder den meisten Umsatz nicht mit der Entwicklung, sondern mit Design/Integration (22 %) und Beratungsleistungen (5,5 %) generiert. 

Antworten je Firmengröße: 

  Entwicklung (%) Design/Integration (%) Beratung (%)
Freelancer 80,8 19,2 -
1-5 60 35 5
6-19 66,7 26,7 6,7
>20 78,8 12,1 9,1

Die Entwicklung nimmt in jeder Gruppe die mit Abstand wichtigste Position ein. Interessanterweise nimmt der Anteil der überwiegenden Beratungsleistungen mit wachsender Unternehmensgröße zu – wobei Freelancer gar nicht auf Consulting setzen. 

Frage 3: Grobe Schätzung: Wie viel Umsatz generiert Ihr Unternehmen pro Jahr?
 

Von allen Teilnehmern, die ihre Umsatzschätzung abgegeben haben, stellt der mittlere Sektor von 250.000 bis 750.000 € den kleinsten Anteil. Kleinere Umsätze von bis zu 250.000 € sind am stärksten vertreten (34,9 %), gefolgt von Umsätzen über 750.000 € (29,4 %). 

Antworten je Firmengröße (ohne »Weiß nicht«): 

  <250k (%) 250-750k (%) >750k (%)
Freelancer 88,5 - -
1-5 65 25 -
6-19 3,3 50 16,7
>20 3 3 69,7

Die Einzelangaben sind nicht weiter überraschend: Die Umsätze korrelieren mit den von uns vorgeschlagenen Unternehmensgrößen.

Frage 4: Wie viel Umsatz generieren Sie mit anderen CMS (nicht TYPO3)?
 

Ein Detail vorweg: Die Antwortmöglichkeit »bis zu 30 %«, die zum größten Teil gewählt wurde, könnte auch beinhalten, dass ausschließlich TYPO3 eingesetzt wird – also 0 %.

Nichtsdestotrotz generieren immerhin 22 % der Teilnehmer absolut mehr Umsatz außerhalb des TYPO3-Spektrums – ein unerwarteter Wert, wenn man bedenkt, dass hier TYPO3-Association-Mitglieder befragt wurden. Eine künftige Umfrage könnte demnach untersuchen, welche anderen Content-Management-Systeme eingesetzt werden. Fragen, die helfen können, den Anteil von e-Commerce-Lösungen, kleiner CMS, Wordpress und anderen, auch Baukästen, zu ermitteln.

Antworten je Firmengröße: 

  <30 % (%) 31 to 60 % (%) >60 % (%)
Freelancer 76,9 3,8 19,2
1-5 50 35 15
6-19 66,7 3,3 30
>20 54,5 24,2 21,2

Wenn es um den geringsten nicht-TYPO3-generierten Umsatz geht, stehen Einzelunternehmer an der Spitze (23 % in Summe). Kleine Unternehmen mit bis zu 5 Mitarbeitern nutzen im Vergleich am meisten andere CMS (50 % in Summe). 

Frage 5: Haben Sie im vergangenen Jahr Projektanfragen abgelehnt?
 

Sieben Personen haben sich bei der Beantwortung für »Sonstiges« entschieden, von denen fünf (= entspricht ca. 4,6 % aller Antworten) in unterschiedlicher Weise ebenfalls »Ja« geantwortet haben (siehe unten). Zählt man diesen Wert zu den anderen beiden Ja-Optionen (Ja, aus Mangel an Entwicklern und Ja, aus Zeitmangel) hinzu, kommt man auf insgesamt 70,7 % (!) der Teilnehmer, die im vergangenen Jahr Projektanfragen abgelehnt haben. Allerdings können wir keine Rückschlüsse darauf ziehen, welcher Art diese Projekte waren. Ganz besonders ist dies in Hinblick auf Frage 4 zu beachten, da es sich natürlich auch um nicht-TYPO3-Projekte handeln könnte. 

Antworten je Firmengröße (ohne »Sonstiges«): 

  Ja, aus Mangel an Entwicklern (%) Ja, aus Zeitmangel (%) Nein, Auslagern von Kapazitäten möglich (%) Nein, jedes Projekt wird angenommen (%)
Freelancer 73,1 - 7,7 19,2
1-5 50 10 20 10
6-19 26,7 30 16,7 13,3
>20 42,2 30,3 18,2 6,1

Freelancer haben mit Abstand die meisten Projekte aus Zeitmangel abgelehnt (73,1 %), während mittelgroße Agenturen (6-19) hier den geringsten Wert aufweisen (26,7 %). Ein Mangel an Entwicklern scheint mit der Unternehmensgröße zu korrelieren. In jedem Fall haben alle Gruppen zu weit mehr als 50 % im vergangenen Jahr Projektanfragen abgelehnt.

7x »Other« im Original
not enough references; fine as it is; Yes, for the focus or expectations of the clients; low budget; Yes, for incompatibility with our values and systems; projects either not fitting (too small for TYPO3) + developers booked on larger projects; yes, smaller projects and projects with incomplete requirements are rejected
Frage 6: Wie hoch ist der Angebotswert eines durchschnittlichen TYPO3-Projekts in Ihrem Unternehmen?
 

Von allen Teilnehmern, die den Wert eines TYPO3-Projektangebots angegeben haben, hat ein Großteil mehr als 15.000 € gewählt. Etwas unter ein Drittel gibt den Wert mit 5.000 bis 15.000 € an, kleinere Projekte von unter 5.000 € werden von 19,4 % der Teilnehmer angeboten.

Antworten je Firmengröße (ohne »Weiß nicht«): 

  <5k (%) 5 to 15k (%) >15k (%)
Freelancer 53,8 23,1 11,5
1-5 25 55 15
6-19 12,2 34,1 46,3
>20 3,3 43,3 46,7

Der Angebotswert eines TYPO3-Projekts korreliert nahezu in allen Fällen mit der Unternehmensgröße, mit Ausnahme von Angeboten zwischen 5.000 und 15.000 €. Diese wurden von kleinen Unternehmen mit bis zu 5 Mitarbeitern zu einem sehr großen Teil angegeben (55 %).

Frage 7: Schätzen Sie den Anteil von Alt-Kunden, deren Websites nicht auf einer aktuell unterstützen TYPO3-Version laufen. 
 

Es wird deutlich, dass von den meisten Alt-Kunden der Befragten nicht allzu viele Websites auf Basis alter TYPO3-Versionen laufen. 16,5 % der Teilnehmer gaben entsprechend sogar an, gar keine Kunden außerhalb des ELTS-Systems zu betreuen. Daraus lässt sich ableiten, dass die meisten Teilnehmer ihre Kunden-Projekte regelmäßig updaten – mit Luft nach oben. Wir werten dies als positives Zeichen von den teilnehmenden Mitgliedern an die Community.

Leider lässt sich das jedoch nicht von TYPO3-Websites im Allgemeinen behaupten, von denen 38,7 % auf nicht-unterstützten TYPO3-Versionen basieren (Quelle).

Antworten je Firmengröße (ohne »Weiß nicht«):

  <30 % (%) 31 to 60 % (%) >60 % (%) Keine (%)
Freelancer 46,2 38,5 3,8 7,7
1-5 50 30 - 10
6-19 46,3 24,4 7,3 17,1
>20 40 30 - 26,7

In diesem Fall lässt die Zahl der Kundenbestände von Alt-Versionen nicht auf die Unternehmensgröße schließen.

Frage 8: Könnten Alt-Kunden Ihrer Meinung nach ihren Unternehmenserfolg steigern, wenn sie die Vorteile neuer TYPO3-Versionen nutzen würden?
 

Dies ist ein sehr interessantes Ergebnis: 28,7 % sind nicht der Ansicht, dass ein TYPO3-Versionsupdate erfolgversprechend für Alt-Kunden sein könnte. Unsere Schlussfolgerung: Hierbei muss es sich um Kunden handeln, deren Geschäftsmodell nicht auf einen profitablen Unternehmensauftritt im Web aufbaut. Andernfalls ist dies ein bedenklich hoher Wert. Wir würden uns sehr über detailliertes Feedback freuen, sollten auch andere Leser dieser Meinung sein oder Sie als Teilnehmer an der Umfrage diese Option gewählt haben.

TL;DR: Unser Fazit

Unterstützte vs. nicht mehr unterstützte TYPO3-Versionen. Quelle: t3versions.com/statistics-detail/7

▷ Zu viele TYPO3-Websites sind veraltet

Obwohl die Umfrage zeigt, dass Association-Mitglieder in den allermeisten Fällen die TYPO3-Websites ihrer Kunden auf einem aktuellen Stand halten können, sind 38,7 % von TYPO3-Websites auf Basis veralteter Versionen im Web schlicht zu viele. Nach 20 Jahren in der Entwicklungsbranche können wir mit Sicherheit sagen, dass es für diese Zahl mehrere Gründe gibt:

  • Kunden erkennen den Kosten-Nutzen-Faktor eines Versionsupdates nicht
  • Ein Website-Relaunch wird lieber mit »simpleren« Systemen & schnellerer Umsetzung ausgeführt
  • TYPO3 ist auf Sicht zu teuer, um professionell betrieben zu werden
  • Ehemalige Webmaster sind nicht mehr erreichbar, Websites werden vernachlässigt
  • Updates werden durch frühere Entscheidungen bezüglich Architektur und Integration verhindert

▷ TYPO3-Qualität ist für die meisten Anwender nicht zugänglich

Laut unserer Umfrage kosten 70,4 % der TYPO3-Projekte unserer Teilnehmer mehr als 5.000 € (Frage 6). Deutsche Kleinunternehmen und Mittelständler haben im Jahr 2016 lediglich 3.355 € für die Erstellung einer Website (laut dieser Umfrage) ausgegeben. Ein möglicher Schluss: TYPO3 liegt als CMS außerhalb dem Bereich, den KMUs auszugeben bereit sind, wenn es um die Umsetzung von Website-Projekten geht.

Hinzu kommt, dass der Marktanteil von TYPO3 weltweit erheblich unter denen anderer leistungsstarker CMS liegt. Deutschland ist noch immer der Markt, in dem TYPO3 mit rund 10 % den im Ländervergleich größten Marktanteil hält (Quelle).

▷ TYPO3 sollte mehr Personen und Unternehmen zur Verfügung stehen

46,8 % der Befragten, die aus Zeitmangel Projekte abgelehnt haben, sind ein klares Zeichen dafür, dass zahlreiche Mitglieder-Agenturen an der Kapazitätsgrenze arbeiten (Frage 5). Allerdings sehen wir hinter einem Gesamtwert von 70,7 % der Ja-Antworten, ob im vergangenen Jahr Projektanfragen abgelehnt wurden, eine bedenkliche Zahl an »verlorenen« Projekten. Auch wenn wir nicht wissen oder nachverfolgen können, ob diese Projekte innerhalb der Community gehalten werden konnten oder welcher Art die Anfragen (welches CMS?) waren. 

Das bringt uns direkt zum Kern dessen, warum wir überhaupt eine Umfrage durchgeführt haben:

Um in Zukunft Marktanteile gewinnen und halten zu können, müssen TYPO3-Agenturen ihre Spanne an Projektumfängen erweitern.

Warum sind wir dieser Meinung?

toujou wurde entwickelt, um neue Geschäftsfelder zu erschließen, TYPO3-Lösungen für Kunden mit kleinem Budget verfügbar zu machen und Ressourcen zu sparen. Mit unserem Website-Builder konnten wir in weniger als zwei Jahren mehr als 300 Website-Projekte (einschließlich Pitches und Demos) auf den Weg bringen. Daher haben wir die Anzahl abgelehnter Projekte gen 0 reduzieren können.

Wir betrachten toujou nicht nur als einen weiteren Baukasten. Für unsere Community kann toujou ein Enabler, ein Tool sein, um Projektpitches schneller umzusetzen und mit Ihrem Team konzeptionell zu agieren, während Ihr Kunde sich parallel auf die Erstellung von Content konzentrieren kann. toujou und wir als Partner können Ihrer Agentur helfen, Zeit, Geld und Arbeitskraft zu sparen.

Sprechen Sie uns also an, wenn Sie mehr über unser Community-Special erfahren möchten!

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