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04.02.2021 Jérôme Grad

Kostenlose Tools zur Keyword-Recherche

Wie Sie ohne Budget die richtigen Suchbegriffe finden

Eine profunde Keyword-Recherche ist der erste wichtige Schritt für gute Inhalte auf der Website. Nur wenn Sie die Fragen der Nutzer bedienen, werden die Suchmaschinen Ihre Seiten dorthin heben, wo Sie sie gerne sehen: Auf eine der Top-Positionen. Doch welche Keywords sind die richtigen? Und wenn ja, wie viele? Daten statt raten ist dabei die Devise der Marketer, die nicht einer gewissen Logik entbehrt. Denn wer nur rät, tappt schnell im Dunkeln.

Daher verwundert es nicht, dass es mittlerweile etliche kostenpflichtige Anbieter wie beispielsweise Semrush oder Searchmetrics gibt. Sie vereinen diese Daten und bereiten diese für Sie auf einen Blick auf. Daher sind sie definitiv Ihr Geld wert – zumindest für große Unternehmen. Wer jedoch kein oder nur wenig Budget dafür übrig hat, kann seine Seite dennoch optimieren. Wir stellen einige der zahlreichen kostenlosen Varianten vor.

Google-Tools   Weitere kostenfreie Tools  Suchvolumen für Keywords bestimmen   TLDR


Grundsätzliche Gedanken zur Keyword-Recherche

Schreiben Sie für Ihre Zielgruppe

Bevor wir die einzelnen Tools vorstellen, möchten wir kurz darauf eingehen, wer bei der Keyword-Recherche im Vordergrund stellen sollte. Ihre Zielgruppe, nicht Ihre Bedürfnisse. Oder etwas ausführlicher: Welche Begriffe verwenden die Nutzer? Wie suchen sie und mit welcher Intention? Sind Sie beispielsweise an Informationen oder an einem Kauf interessiert? Überlegen Sie, welche Fragen Ihre Website dazu bereits beantwortet – und welche nicht?

Um keine unendliche Liste mit allen Suchbegriffen erstellen zu müssen, ergibt die Priorisierung der Wörter Sinn – logischerweise auf Basis des Suchvolumens. Wobei hier das höchste Suchvolumen nicht gleichbedeutend mit den höchsten Chancen auf Erfolg ist. Denken Sie also neben verwandten Keywords nicht nur an die sogenannten Short Tail Keywords, beispielsweise »Laufschuhe«. Nutzen Sie auch die Long Tail Keywords für eine individuellere Suchanfrage. Sie sind in der Regel gleichbedeutend mit einer höheren Click-through-rate (CTR), was wiederum Ihren Umsatz steigern kann. Ein Beispiel hierfür: »Beste Laufschuhe für den Winter«.

Keyword-Recherche – a never ending story

Und noch etwas Grundsätzliches: Die Keyword-Recherche ist ein Prozess, der niemals abgeschlossen ist. Warum? Nun, wir nehmen an, dass Sie eine klare Vorstellung Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung besitzen. Demnach sind Sie auch problemlos in der Lage, sich Schlüsselwörter und verwandte Schlüsselwörter (related keywords) auszudenken, um Ihre Website zu optimieren. Da sich aber sowohl Ihr Produkt als auch der Markt und somit Ihre Zielgruppe weiterentwickeln, sollte die laufende Anpassung Ihrer Keyword-Strategie und damit die Recherche ebenfalls selbstverständlich sein.


Google: Das große kostenlose Recherche-Tool

Beginnen wir mit dem umfangreichsten kostenlosen Tool, das Ihnen zur Verfügung steht: Google. Als erstes möchten wir Ihre Aufmerksamkeit auf die Suchseite von Google (und anderen Suchmaschinen) lenken, die Sie auch ohne die Google-Dienste wie Google Search Console, Google Analytics nutzen können. 

Zum einen wäre da die Auto-Vervollständigung (autosuggest) bei der Suchanfrage, die Sie vermutlich bereits kennen. Tippen Sie das Keyword ein, erscheinen weitere Vorschläge. Ein erster Hinweis für weitere Suchintentionen. Nachdem Sie die Suche bestätigt haben, erscheint unter dem Eingabefeld die Anzahl der Suchergebnisse, die einen ersten Eindruck vermittelt, wie hoch das Suchvolumen auf diesen Begriff ist. 

Mit der Short-Click-Box »Ähnliche Fragen« in den Suchergebnissen listet Google die Fragen (und dazugehörigen Antworten) auf, die User zu diesem Begriff gestellt haben. Das sollte in Ihrem Artikel stehen – in eigenen Worten natürlich. Weitere Inspiration erhalten Sie, indem Sie auf eine dieser Frage klicken, wodurch sich ein Akkordeon öffnet.

Neben den richtigen Keywords ist auch die Suchintention Ihrer potenziellen Besucher wichtig. Dafür wagen wir einen Blick in die SERPs (Search Engine Result Page), die Suchergebnis-Seite. Hier erhalten Sie schnell ein Gefühl dafür, was die Mehrheit der Menschen sucht. Finden sich dort viele Ratgeber-Texte oder Anleitungen, beispielsweise zu »Welcher Laufschuh passt zu mir«, ist die Intention informativer Natur. Werden zumeist Shop-Seiten angezeigt, deutet alles auf eine transaktionale Intention mit Kaufgesuch hin, beispielsweise bei »Laufschuhe kaufen«.

Google Adwords Keyword-Planer

Der Google Adwords Keyword-Planer ermöglicht Ihnen, neue und verwandte Keywords zu finden. Das Suchvolumen bietet einen ersten Anhaltspunkt, wird allerdings nur mit einer Spanne und ohne absolute Zahlen angegeben. Um Letztere zu erhalten, müssen Sie Kampagnen schalten und damit Geld in die Hand nehmen. Auf kostenlose Alternativen wie Ubersuggest kommen wir im Laufe des Beitrags noch zu sprechen.

Google Search Console

Die Google Search Console für die Keyword-Recherche zu nutzen ergibt durchaus Sinn. Denn die Daten im Abschnitt Suchergebnisse bieten zwar keine Ideen für neue oder verwandte Keywords. Was das Tool aber kann, ist Ihnen Keywords anzuzeigen, für die Ihre Seiten bereits in Google & Co. auffindbar sind. Ein Blick darauf könnte unentdeckte Potenziale zutage fördern. Zudem finden Sie heraus, welche Keywords nicht gut ranken.

Google Trends

Mit Google Trends vergleichen Sie den Traffic für eine Reihe von Keywords. Besonders hilfreich ist Google Trends vor allem, wenn Sie saisonale Keywords prüfen möchten, beispielsweise aufgrund von Ereignissen, Festen, Ferienzeiten etc. Sie können geografische Unterschiede zwischen den einzelnen Keywords für zahlreiche geografische Regionen betrachten. Über den Seitenbereich »Ähnliche Suchanfragen« haben Sie zudem die Möglichkeit, weitere Ideen zu sammeln.


Es muss nicht immer Google sein

Natürlich gibt es auch eine Vielzahl an kostenlosen Tools zur Keyword-Recherche, die nicht von Google angeboten werden, aber ähnliche bis gleiche Daten anzeigen. Sie ergänzen die Funktionen der Google-Dienste oder bieten sogar eigenen Mehrwert. Dazu gehören unter anderem: 

Answer the public

Das erste nützliche Tool außerhalb der Google-Sphäre ist »Answer the public«. Damit können Sie zu einem bestimmten Begriff alle relevanten W-Fragen einsehen – die wiederum eine Inspiration für die Seiteninhalte sein können. In der Regel werden Sie aber nicht alle Fragen auf einer Seite behandeln können. Wählen Sie also sorgfältig aus. 

Auf »Answer the public« können Sie zwischen einer visuellen Darstellung (siehe Bild) und einer Datenansicht wählen. Zudem werden alle Arten von Kombinationen mit Präpositionen und Vergleichen angezeigt. Allerdings haben Sie in der kostenlosen Version nur eine begrenzte Anzahl an täglichen Suchen täglich.

Eine interessante Alternative dazu ist »wrel«. Auch hier können Sie sich für die Themen und Schlüsselbegriffe mittels der W-Fragen Ideen holen.

Seorch

Für die sogenannten Long Tail Keywords greifen Sie auf Seorch zurück. Dort finden Sie Vorschläge für spezifische Wortkombinationen zu Short Tail Keywords, aufbereitet nach Suchvolumen. Sie erinnern sich: Für eine gute Recherche sind die Long Tail Keywords unabdingbar.

Keyword-Shitter

Wem die Auto-Vervollständigung bei Google nicht ausreicht, der kann mehr Resultate über Keyword-Shitter generieren. Hierbei werden allerdings weder Suchvolumen noch Suchtrends in der Auflistung abgebildet. Elegant bei diesem Hilfsmittel ist die Filtermöglichkeit, um nach bestimmten Intentionen zu suchen (positiv) oder bestimmte Suchintentionen auszuschließen (negative).


Suchvolumen für Keywords bestimmen

Wie bereits oben beschrieben, zeigt der Google Adwords Keyword-Planer nur eine bestimmte Spanne des Suchvolumens zu einem Keyword an. Für genaue Zahlen stehen bereit:

Keywordtools 

Keywordtools.org bietet verschiedene Daten für Ihre Keyword-Recherche. Nachdem Sie den Begriff in das Feld eingegeben haben, erhalten Sie das entsprechende Suchvolumen, themenrelevante Keywords inklusive deren Suchvolumen und Cost-Per-Click, also dem Betrag, den Sie für eine geschaltete Werbung auf das Keyword bezahlen müssten. Die Liste können Sie zudem als CSV-Datei herunterladen und so archivieren. Einziges Manko ist die Beschränkung auf wenige Keywords pro Tag.

Ubersuggest

Diese Chrome- und Firefox-Extension ist wohl die bekannteste Alternative zum Google Adwords Keyword-Planer. Nach der Installation im Browser können Sie direkt loslegen. Tippen Sie auf der Seite der Suchmaschine das gewünschte Suchwort ein und klicken auf das Icon von Ubersuggest. Schon haben Sie Zugriff auf das Suchvolumen, weitere Keyword-Ideen, den CPC und die eingeschätzte Konkurrenz bei der organischen Suche, also all das, was nicht anzeigenbasiert ist. Allerdings ist die Analyse in der kostenlosen Version auf drei Keywords pro Tag begrenzt.

Nettes Feature en top.: Im Bereich SEO-Daten haben Sie die Möglichkeit, den Traffic der einzelnen rankenden Seiten unter die Lupe zu nehmen.

Keyword Surfer

Eine Alternative zu Ubersuggest ist der Keyword Surfer, der ebenfalls eine Extension für Chrome und Firefox ist. Auch hier können Sie für jede Suchanfrage die relevanten Daten wie Suchvolumen und CPC erfassen – allerdings ohne Einschränkungen und Limits. Zudem zeigt das Tool unter jeder URL den geschätzten, monatlichen Traffic der Website, Anzahl der Wörter sowie Anzahl des genauen Keywords auf der jeweiligen Seite an. 

Wer mit diesen Zahlen nicht dauerhaft konfrontiert sein möchte, kann mit einem rechten Mausklick auf das Icon des Keyword Surfers unter »Kann Website lesen und ändern« die Einstellungen anpassen. Für das Surfen im Inkognito-Modus klicken Sie auf das Dreipunkt-Menü am oberen rechten Rand, anschließend auf »Weitere Tools« und »Erweiterungen«. Aktivieren Sie anschließend in den »Details« den Regler »Im Inkognito-Modus zulassen«. Dies gilt freilich für alle Erweiterungen.

Oft vergessen: Die interne Suchmaschine

Eine viel zu oft vernachlässigte Quelle für Ihre Keyword-Recherche ist die website-interne Suchmaschine. Hier erfahren Sie direkt, nach welchen Schlüsselwörtern Ihre Nutzer suchen. Welche Begriffe haben Sie genutzt und keine Ergebnisse erhalten? Mehr direktes Feedback geht nicht. Nutzen Sie diese Daten, um Ihre Seiten auf die Suchintention der Nutzer zu optimieren. Um diese Ergebnisse einzusehen, gehen Sie in Google Analytics unter Verhalten → Website-Suche → Suchbegriffe.

TLDR: Das Fazit

Eine gute Keyword-Recherche ist die Basis für erfolgreichen Content. Allerdings kann die Keyword-Recherche – und damit verbunden die Frage nach der Suchintention der Nutzer – ein wahrer Zeitfresser sein. Um nicht im Dunkeln zu tappen, sondern schnell zu wissen, wie sich Ihre Zielgruppe verhält, können Sie auf kostenlose Tools zurückgreifen. Dabei muss es nicht immer nur Google mit seinen Diensten sein.

Mithilfe der vorgestellten Tools gelingt das Erstellen einer Seite mit Rankingpotenzial. Allerdings endet die Optimierung der Seite damit nicht. Wie Sie Texte für Suchmaschinen optimieren, haben wir in der Checkliste für Blog-Posts zusammengefasst.